Selbstbestimmte Schwangerschaft? Fehlanzeige

„Ich wünsche mir, das[s] Schwangere endlich ernst genommen werden. Dass wir nicht länger als prinzipiell bedrohliches und unverantwortliches Gefäß für einen zukünftigen Menschen wahrgenommen werden, sondern als Menschen, die selbst in der Lage sind Risiken einzuschätzen und zu entscheiden“, schreibt Stefanie Lohaus im Missy Magazine. Auf Basis ihrer persönlichen Erfahrung kritisiert sie die zunehmende Bevormundung Schwangerer. Als Probleme sieht sie u.a. ständige Kontrolle des schwangeren Körpers durch medizinische Untersuchungen, zunehmend strengere Ernährungsvorschriften und ungebetene Ratschläge/ Zurechtweisungen durch wohlmeinende Mitmenschen.

Lohaus‘ Artikel macht deutlich, wie schwierig es in einer patriarchalen, kapitalistischen Gesellschaft ist, selbstbestimmte Entscheidungen über den eigenen Körper zu treffen. Ein Dilemma, das wir auch in unserem Aufruf ansprechen.

Oklahoma, again: Angriff auf das Recht auf Abtreibung

Letzte Woche hat der Senat des US-amerikanischen Bundesstaats Oklahoma mal wieder ein Gesetz verabschiedet, das den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen einschränken soll. Das vom republikanischen Senator Nathan Dahm eingebrachte Gesetz sieht für Ärzt_innen, die eine Schwangerschaft abbrechen, eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren und den Entzug ihrer medizinischen Lizenz vor.

Inkrafttreten wird diese Regelung allerdings nicht: Gouverneurin Mary Fallin, selbst als Anti-Choice-Verfechterin bekannt, hat sich geweigert, das Gesetz zu unterzeichnen. Ihre Begründung: Das Gesetz sei zu vage formuliert, und außerdem sei eine „konservative, lebensbejahende Justiz im Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten“ sowieso die effektivere Strategie für die Einführung eines konsequenten Abtreibungsverbots. Zur Debatte stehen in Oklahoma also nicht das Ziel – die Entmündigung schwangerer Menschen – sondern nur die Mittel.

In den USA ist Abtreibung legal, seit 1973 eine Schwangere vor dem Obersten Gerichtshof ihr Recht auf Selbstbestimmung erstritt. Der Fall „Roe vs. Wade“ ging in die Geschichte ein. Seitdem versuchen Anti-Choice-VerfechterInnen, viele von ihnen fundamentalistische ChristInnen, diese wegweisende Entscheidung rückgängig zu machen. Das aktuelle Gesetz in Oklahoma ist also nur eins in einer langen Reihe von Angriffen auf reproduktive Selbstbestimmung.

Über das aktuelle Gesetz findet ihr mehr Infos im Stern oder hier auf Englisch. Die taz berichtet über ähnliche Versuche in der Vergangenheit.

Heute & morgen: Mobi-Veranstaltungen in Leipzig und Jena

Wir werden nicht müde… Heute, am 25. Mai 2016 ab 20.00 gibt’s im ifz in Leipzig einen Mobi-Vortrag mit anschließender Filmvorführung. Dort könnt ihr dann auch direkt Tickets für den Bus zu Demo erwerben!

Morgen, am 26. Mai 2016 ab 19.00 gibt’s einen Mobi-Vortrag im FreiRaum in Jena. Anschließend findet der von den Falken organisierte „Rote Tresen“ statt. DIE Gelegenheit, in netter Runde beim Bier zu diskutieren! Tickets für den Bus nach Annaberg gibt’s natürlich auch.

Es kommt ein 2. Bus aus Dresden!

Weil Bustickets nach Annaberg-Buchholz in Dresden so reißenden Absatz fanden, haben wir uns noch mal ins Zeug gelegt und für alle Dresdner_innen, die kein Ticket mehr abbekommen haben, einen zweiten Bus organisiert. Ab morgen (Mittwoch, 25. Mai) könnt ihr die Tickets für Bus No. 2 wieder im König Kurt kaufen. Wir sehen uns am 6. Juni im Erzgebirge!

Proteste für Barrierefreiheit in Berlin

#NichtMeinGesetz: Letzte Woche haben Aktivist_innen der Behindertenbewegung vor dem Reichstag für gesellschaftliche Teilhabe demonstriert. Einige von ihnen blieben sogar über Nacht, manche ketteten sich an.

Anlass der aktuellen Proteste sind zwei Gesetze: das „Behindertengleichstellungsgesetzes“, über das der Bundestag letzte Woche abstimmte, und das „Bundesteilhabegesetz für Behinderte“, dessen Entwurf sich noch in der Ressortabstimmung zwischen den Ministerien befindet. In beiden Gesetzen fehlen verbindliche Regelungen, die die Zugänglichkeit privatwirtschaftlich genutzter Gebäude (z.B. Kneipen und Kinos) garantieren. Außerdem ist geplant, einen noch größeren Anteil der Ausgaben für Assistenz auf das Einkommen derjenigen anzurechnen, die Assistenz benötigen. Viele Menschen mit Behinderung, die auf Grund körperlicher Einschränkungen im Alltag auf Assistenz angewiesen sind, würden damit finanziell schlechter gestellt.

Die jahrelangen Bemühungen der Behindertenbewegung in Beratungsgremien für eine Verbesserung der gesetzlichen Lage werden so mit den Füßen getreten, die Mitwirkung der Betroffenen an der demokratischen Entscheidungsfindung damit zur Farce.

Wir unterstützen die Forderungen der Berliner Aktivist_innen. Weitere Informationen zu den Protesten findet ihr hier.

Mobivortrag und Lesereisenstart in Dresden

Nach bereits zwei Mobiveranstaltungen geht es morgen weiter.

Am 13.05. findet im Rahmen des Klatsch Café in Dresden die nächste Mobiveranstaltung statt. Um 16 Uhr beginnt das Klatsch Café und um 18 Uhr der Mobivortrag.
@FB

Dann am 15.05. beginnt in Dresden beim cafém – feminismus zum kennen_lernen die Lesereise mit Kirsten Achtelik, die aus ihrem Buch „Selbstbestimmte Norm. Feminismus, Pränataldiagnostik, Abtreibung“ vor. Das cafém beginnt um 14 Uhr und die Lesung um 16 Uhr.
@FB

Bei beiden Veranstaltungen könnt ihr Tickets für den Bus kaufen und beide Veranstaltungen finden in der kosmotique (Martin-Luther-Str. 13) statt.