Pro-Choice-Demo in Salzburg am 24.07.2016

Nach der Demo (in Annaberg) ist vor der Demo (in Salzburg): Kommt am 24. Juli 2016 ab 13.00 nach Salzburg, um für reproduktive Freiheit und den freien Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen demonstrieren! Los geht’s am Hauptbahnhof.

Der Anlass ist auch diesmal wieder, dass fundamentalistische ChristInnen mit Holzkreuzen bewaffnet durch die Stadt marschieren und Frauen* das Selbstbestimmungsrecht über ihre Körper absprechen wollen. Dabei tun sie perfiderweise so, als ginge es ihnen darum, Frauen* zu schützen. Das Fazit feministischer Protestierender: „Alles männerbündlerische Scheißvereine, die gar nix schützen wollen als ihre eigenen Machtpositionen und die Kontrolle über den Uterus von anderen Leuten!“ Mehr Infos zur Demo findet ihr hier.

Auf nach Salzburg! Alerta Feminista!

„Mein Körper – meine Verantwortung – meine Entscheidung – weg mit § 218!“ – Konferenz in Berlin

Dieses Wochende – von Samstag, 9. Juli 11:00 bis Sonntag, 10. Juli 13:00 – lädt das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung zu einer Konferenz nach Berlin ein. Auf dem Programm stehen die Vernetzung zwischen Aktivist_innen aus verschiedenen Dörfern, Städten und Ländern, Planungen für die Proteste am 17. September in Berlin sowie einige inhaltliche Arbeitsgruppen. Unter anderem geht’s um den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen für Geflüchtete und Migrant_innen, Schwangerschaftsabbrüche in der DDR und um Angriffe auf Schwangerschaftsabbrüche durch rechte Akteure, z.B. die AfD. Das gesamte Programm findet ihr hier.

Bist du von Repression betroffen?

Noch ist unklar, welche Folgen die Beteiligung an den Protesten für diejenigen haben wird, die zur Zielscheibe polizeilicher Repression wurden. Klar ist dagegegen, dass wir niemenschen mit den Folgen allein lassen wollen. Um Betroffene von Repression unterstützen zu können, müssen wir allerdings wissen, wem genau was vorgeworfen wird und was aus dem Verfahren wird.

Deshalb: Wenn ihr im Zuge eurer Aktionen in Annaberg-Buchholz gekesselt oder festgenommen wurdet, eure Personalien aufgenommen wurden und/ oder ihr Opfer von Polizeigewalt wart, dann meldet euch bei uns! Das gilt insbesondere, wenn ihr Post von Polizei oder Staatsanwaltschaft bekommt.

Wie immer gelten auch hier die generellen Rechtshilfetipps der Roten Hilfe. Wenn ihr rechtliche Fragen habt, kann euch eure Rote-Hilfe-Ortsgruppe weiterhelfen. Als Bündnis Pro Choice Sachsen sehen wir es als Teil unserer politischen Arbeit, das Ausmaß und die Folgen der Repression zu dokumentieren. Deshalb meldet euch bitte in jedem Fall auch bei uns! Danke :-)

Ihr erreicht uns unter pro-choice [ät] riseup.net.

Den PGP-Schlüssel für sichere Kommunikation findet ihr hier.

Pressespiegel zur Demo am 06.06.2016

Wir waren viele, wir waren laut, wir waren entschlossen. Wir haben den Anti-Choice-FundamentalistInnen unmissverständlich klargemacht, dass wir nicht schweigen, wenn sie uns das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper absprechen. Das Presseecho auf unseren Protest ist groß und vielfältig. Wir haben euch hier einen kleinen Überblick zusammengestellt.

"Schweigemarsch für das Leben" und Gegenprotest am 06. Juni 2016 in Annaberg-Buchholz

Die taz, das neue deutschland und der MDR Sachsen – Region Chemnitz berichten ausführlich über unseren Protest und erwähnen dabei auch unsere inhaltlichen Forderungen. Der MDR-Artikel schließt außerdem eine Bildstrecke ein. Weitere schöne Fotos haben Johannes Grunert und Caruso Pinguin gemacht. Der Fernsehbericht vom MDR Sachsenspiegel analysiert besonders die Verbindungen zwischen der Anti-Choice-Bewegung, dem aktuellen gesellschaftlichen Rechtsruck und patriarchal-rassistischer Bevölkerungspolitik. Radiobeiträge von MDR aktuell (hier als Audiodatei, hier verschriftlicht) sowie Radio Corax und Radio Blau hatten bereits im Vorhinein auf unseren Protest aufmerksam gemacht.

06.06.2016 - Feministische Demonstration gegen den "Schweigemarsch für das Leben" in Annaberg-Buchholz

Die Freie Presse am 06.06, die Freie Presse am 07.06., die MOPO, der Wochenendspiegel vom 06.06., der Wochenendspiegel vom 07.06. konzentrieren sich dagegen auf die positive Darstellung polizeilicher Repression.

Auch über parteipolitische Auseinandersetzungen wird anlässlich unserer Proteste berichtet, z.B. in der Sächsischen Zeitung, in der Leipziger Volkszeitung, in den Dresdner Neuesten Nachrichten sowie zwei Mal in der Welt (hier mit Fokus SPD und hier mit Fokus CDU).

Einige Blogger_innen haben unsere Demo in Annaberg aufgegriffen, u.a. Ronny Gsawitz. Weitere Berichte sind bei den Alternativen Dresden News und bei linksunten indymedia erschienen.

Wenn ihr weitere interessante Beiträge findet, verlinkt sie gerne in den Kommentaren!

Pressemitteilung von Pro Choice Sachsen

Bevor wir in den nächsten Tagen einen längeren Bericht veröffentlichen dokumentieren wir hier erstmal unsere Pressemitteilung zu dem gelungenen Protest. Dank an alle, die dabei waren und unterstützt haben!

Annaberg-Buchholz, 06.06.2016: +++Protest gegen fundamentalistischen „Schweigemarsch“ im Erzgebirge + Ultrakonservative wollen Schwangerschaftsabbruch kriminalisieren + lautstarker Protest von feministischen Gruppen +++

06.06.2016, Annaberg-Buchholz, Sachsen:

Am Montagnachmittag demonstrierten in Annaberg-Buchholz etwa 500 Menschen unter dem Motto: „Emanzipation ist viel geiler – Schweigemarsch stoppen!“, um feministische Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Anlass dafür war der von christlich-fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen organisierte sogenannte „Schweigemarsch für das Leben“. Lisa Mueller vom Bündnis „Pro Choice Sachsen“ erklärte, wofür feministische Gruppen aus Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen, Jena, Erfurt und Berlin heute im Erzgebirge demonstriert haben: „Wir wollen auch weiterhin Entscheidungen über unser Leben ohne Einmischungen von FundamentalistInnen treffen. Wir fordern die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, die nach §218 StGB in Deutschland immer noch illegal sind und nur unter bestimmten Umständen straffrei bleiben. Wir demonstrieren hier auch gegen die antifeministische, homosexuellenfeindliche und transfeindliche Politik der selbsterklärten Lebensschutzbewegung. Sie ist ein Teil des gesellschaftlichen Rechtsrucks, mit dem wir uns momentan konfrontiert sehen.“

In den Redebeiträgen wurden die völkischen und patriarchalen Vorstellungen von Ehe und Familie kritisiert. Auch die Diskrepanz zwischen der Verteidigung des Rechtes auf Abtreibung und die Kritik an behindertenfeindlicher pränataler Diagnostik (PND) wurde thematisiert. Der AK Mob (Arbeitskreis mit_ohne Behinderung, Berlin) kritisierte die Doppelzüngigkeit der LebensschützerInnen. Sie geben vor, sich für die Rechte von Behinderten einzusetzen, gehören aber einer Partei an oder werden von dieser unterstützt (CDU), die die Forderungen behinderter Menschen seit Jahrzehnten abwehrt und deren Rechte beschneidet. Neben Transparenten, Luftballons, Konfetti, lila Rauch kamen auch Symbole wie Stricknadeln und Kleiderbügel zum Einsatz. Anke Schäfer dazu: „Stricknadeln und Kleiderbügel waren oder sind Hilfsmittel, auf die Schwangere zurückgeworfen waren oder sind wenn Abtreibung verboten war oder ist. Insbesondere der Kleiderbügel wurde von den Feminist*innen in Spanien gegen eine drohende Gesetzesverschärfung mit der Parole „Nie wieder!“ eingesetzt und verweist auf illegalisierte Schwangerschaftsabbrüche unter lebensbedrohlichen Bedingungen“. Es wurde darüber hinaus ein Grusswort polnischer Aktivist*innen verlesen. In Polen macht die Bürgerinitiative „Fundacja pro – Prawo do Życia“ (Recht aufs Leben) mit Unterschriftensammlungen für ein Gesetz mobil, das Abtreibung grundsätzlich verbieten soll inklusive der „Pille danach“.

„Wir haben Spaß – ihr habt nur Jesus“ ist eine Parole der Feminist*innen und fasst den Demonstrationstag sehr gut zusammen, u.a. weil sich die Teilnehmer*innenzahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat. An zwei Stellen, wo sich „Schweigemarsch“ und Gegendemonstration begegneten, gab es lauten und kreativen Protest der feministischen Demonstrant*innen, um die reaktionären Forderungen des Lebensrecht Sachsen e.V. nicht unwidersprochen zu lassen. Auch die Rede von Martin Lohmann (Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht), der Schwangerschaftsabbrüche als Tötung und Euthanasie diffamierte, wurde mit lautstarker Kritik bedacht.

Zum Protest hatte das Bündnis ProChoice Sachsen aufgerufen. Der Zusammenschluss mehrerer Initiativen und Vereine fordert unter anderem die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, welche nach §218 StGB in Deutschland immer noch illegal sind. Seit drei Jahres organisiert ProChoice Sachsen u.a. Proteste gegen die christlich-fundamentalistischen Versuche, die bestehenden gesetzlichen Regelungen zu verschlechtern.

Aktuelle Infos zum Protest

Damit ihr einschätzen könnt, wie unser Protest am Montag in Annaberg-Buchholz aussehen wird, haben wir an dieser Stelle ein paar aktuelle Infos gesammelt.

Die Anreise von außerhalb ist so geplant, dass wir deutlich vor Beginn des Schweigemarsches vor Ort sein werden. Wenn ihr aus Leipzig oder Dresden mit einem Auto nach Annaberg-Buchholz fahrt, in dem noch Plätze frei sind, wenn ihr noch einen Platz braucht, um selbst mitzufahren, oder wenn ihr euch zu einem Autokonvoi zusammenschließen möchtet: Kommt pünktlich zu den Abfahrtsorten der Busse.

Unsere Demonstration beginnt offiziell um 17:00 Uhr mit einer Kundgebung, auf der wir mit verschiedenen Redebeiträgen und Grußworten unsere feministischen Positionen klar ziehen.
Die Fundis ziehen ca. eine Stunde später gegenüber vom Erzgebirgskrankenhaus los. Unser Laufweg touchiert an zwei Stellen die Route des Marsches, mit dem passendem Timing können wir also den selbsternannten LebensschützerInnen wie letzes Jahr deutlich unsere Meinung zu ihren reaktionären Forderungen kundtun. Vergesst eure Trillerpfeifen und Fahnen nicht! :)
Wenn der Schweigemarsch zu Ende ist, wird die Demo mit einem kurzen Zwischenstopp am Markt zurück zum Startpunk ziehen, so dass alle wieder sicher nach Hause kommen. Wir rechnen damit, dass die Busse zwischen 20 und 21 Uhr abfahren werden.

Einen Überblick über die Lage könnt euch ihr mit folgender Aktionskarte schaffen, die wir bei der Kartographischen Aktion gefunden haben. Ausgedruckte Exemplare gibt es in genügender Anzahl in den Bussen. Getwittert wird übrigens unter dem Hashtag #ANA0606.

Unser Ziel für den Tag ist es, sowohl vor Ort als auch in der Berichterstattung starke Präsenz zu zeigen und den Schweigemarsch damit erneut in den Schatten zu stellen. Wir wünschen uns, dass die emanzipatorischen Kräfte den Tag prägen und das politische Kalkül der AbtreibungsgegnerInnen nicht aufgeht.
Bildet Bezugsgruppen, seid laut und kreativ. Lasst uns den Schweigemarsch zum Desaster machen und dazu noch unseren Spaß haben!

Falls dabei irgendetwas schief läuft und ihr Ärger mit der Polizei habt, könnt ihr euch an den Ermittlungsausschuss wenden, der ab 15:00 Uhr erreichbar ist: 0341 211 93 13
Der Polizeieinsatz wird wie im vergangenen Jahr von der Demonstrationsbeobachtungsgruppe aus Leipzig dokumentiert.

Falls ihr Fragen an uns oder zu der Kampagne habt könnt ihr uns gerne kontaktieren.

Update zur Anreise aus Dresden und Leipzig

Mittlerweile gibt es in Leipzig und Dresden an allen Verkaufsstellen keine Bustickets mehr. Wenn ihr trotzdem aus einer dieser beiden Städte am Montag nach Annaberg-Buchholz kommen wollt: Organisiert euch in Bezugsgruppen, fahrt gemeinsam, am besten mit vielen, im Auto(korso) oder Zug. Das Erzgebirge ist eine Gegend, in der Nazis und andere rechte Kräfte sich wohlfühlen, auskennen und sich sicher fühlen. Wie immer gilt also: Passt aufeinander auf!

Neue Bustickets in Leipzig!

Eine frohe Botschaft für alle, die in den letzen Tagen vergeblich an den Leipziger Verkaufsstellen nach Bustickets gefragt haben: Wir haben wegen der starken Nachfrage in Leipzig einen größeren Bus gebucht! Ab sofort gibt es im el libro, in der Vleischerei und im Zu Spät wieder Tickets zu kaufen.

In Dresden sind die Tickets an allen Vorverkaufsstellen weg. Eure letzte Chance ist, nächsten Montag um 14.30 direkt zum Großenhainer Platz zu kommen in der Hoffnung, noch Rest-Tickets zu ergattern. Oder ihr organisiert euch eine gemeinschaftliche Auto- Anreise :-)

Achtung: letzte Möglichkeit um Bustickets im König Kurt zu ergattern!

Du willst am 6. Juni mit uns den „Schweigemarsch für das Leben“ in Annaberg-Buchholz stören und der Startpunkt deiner Krawallreise ist Dresden? Dann hast du genau heute, an diesem Donnerstag, die letzte Möglichkeit ein Busticket im König Kurt zu ergattern! Falls du es heute nicht schaffen solltest, aber zu gerne mitfahren magst, gibt es natürlich die altbewährte Methode sich am Montag direkt am Startpunkt der Busse hinzustellen und sich die Restplätze zu schnappen! Weitere Infos hierzu folgen allerdings erst am Wochenende, wenn wir wissen, wie viele der Plätze noch frei sind. Zusammenfassend gilt zu sagen: Die Tickets in Dresden, aber auch in Leipzig, sind knapp – also los, los, los!
Weiterhin können noch Tickets in Berlin, Jena, Chemnitz und Plauen gekauft werden.

Abortion? YAS, YAS, YASS!

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