Polen und Deutschland: neue Angriffe auf Reproduktive Rechte

In Deutschland mussten wir uns in letzter Zeit damit herumschlagen, dass der organisierte Antifeminismus neben seinen Nischen in der CDU in der AfD ein weiteres parlamentarisches Sprachrohr gefunden hat. So gab es beispielsweise in Dresden am 22.03.2016 Proteste gegen einen von CDU-Abgeordneten organisierten Vortrag mit Frau Kelle, die einen üblen Mix aus rassistischen Vorurteilen und homophoben Plattitüden präsentieren durfte – und zwar im von der evangelischen Kirche betriebenen „Haus an der Kreuzkirche“. Auf Seiten der AfD lässt das geleakte Parteiprogramm tief blicken – ein Familienbild, das selbst in den 60ern reaktionär gewesen wäre, verschärfte Abtreibungsverbote und die volle Ladung trans*-Feindlichkeit.

In Polen gab es Anfang April entschiedene Proteste tausender Menschen gegen die Pläne der regierenden PiS, die restriktiven Regelungen zu Schwangerschaftsabbrüchen auf Betreiben der katholischen Kirche weiter einzugrenzen und jede verbliebene Möglichkeit zu kriminalisieren. Dabei ist dies nicht der einzige Angriff auf Reproduktive Rechte in unserem Nachbarland: inzwischen gibt es auch erste Vorstöße der religiösen FundamentalistInnen, Verhütungsmittel wie die Spirale zu verbieten. Auch die von feministischen Aktivistinnen vermittelten Reisen nach Deutschland geraten vermehrt in den reaktionären Fokus.

Die taz hat hat in einem kurzen Artikel versucht, einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen weltweit anzureißen.

Eins ist klar: dagegen müssen wir solidarisch emanzipatorischen Widerstand leisten. Als einen Beitrag dazu werden wir in den nächsten Tagen mit der Kampagne gegen den Schweigemarsch 2016 in Annaberg-Buchholz starten. Stay tuned!