Archiv der Kategorie: Allgemein

Umblick – Wir bleiben solidarisch!

Auch auf rechtlicher Ebene gab es Erfolge für emanzipatorische Bewegungen – so wurden die Eheprivilegien zwar nicht abgeschafft, aber nach langem Kampf zumindest auch homosexuellen Paaren zugestanden. Besonders freut uns das erst kürzlich ergangene Urteil des Bundesverfassungsgericht zum Geschlechtseintrag im Geburtenregister. Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen haben Vanja und die Kampagne für eine Dritte Option endlich schwarz auf weiß, dass die erzwungene Reduktion auf “Mann” und “Frau” gegen das Persönlichkeitsrecht verstößt. Sie haben damit Geschichte geschrieben und eine kleine Revolution ins Rollen gebracht.

In Polen kämpft Alicja Tyisac um ihre Gesundheit. Nachdem ihr eine Abtreibung trotz erheblicher gesundheitlicher Risiken verwehrt wurde, verlor sie fast ihr Augenlicht. Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte konnte sie Polen erfolgreich auf Entschädigung verklagen, aber das Geld reicht nicht für die notwendige Behandlung aus. Ciocia Basia sammelt daher Spenden für ihre Unterstützung, damit sie nicht komplett erblindet.

In Dresden hat sich die Gruppe Sex Workers Solidarity dem Kampf gegen die Folgen des sogenannten “Prostituiertenschutzgesetzes” und die Stigmatisierung von Sexarbeiter_innen verschrieben. Sehr zu würdigen ist die gewerkschaftliche und solidarisch-feministische Ausrichtung der Initiative – eine ziemliche Besonderheit in Deutschland.

In Irland wird weiter um die Legalisierung von Abtreibung gestritten, inzwischen wurde erreicht, dass nächstes Jahr eine Volksabstimmung stattfinden soll. Ein großes Bündnis ist dabei “Repeal the 8th“. wir freuen uns vor allem über die Vernetzung mit Berlin-Ireland Pro Choice Solidarity, die nicht nur in Berlin bei vielen Aktionen an vorderster Stelle dabei sind!

Ausblick – Wir bleiben aktiv!

Wir bereiten uns zusammen mit unserer Anmelderin und unserer Anwältin auf eine Klage gegen die grundgesetzwidrige heimliche Videoüberwachung unserer Demonstration am 12.06.2017 vor.
Diese wird voraussichtlich noch dieses Jahr eingereicht, allerdings müssen wir dafür knapp 500€ Gerichtskostenvorschuss bezahlen. Über Spenden würden wir uns daher auch nach Abschluss unserer Kampagne 2017 sehr freuen.

Nicht zuletzt laufen noch vier Strafverfahren gegen Teilnehmer*innen unserer Demonstration, die wir nach Kräften unterstützen. Zwei Menschen, die bei den Provokationen der Polizei nach Abschluss unserer Demonstration die abreisenden Menschen durch ihre bloße körperliche Anwesenheit friedlich unterstützten, werden sogar wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verfolgt. Auch hier lassen wir uns nicht spalten und stehen zusammen!

Wir lassen uns von den “Sächsischen Verhältnissen” nicht einschüchtern und nicht entmutigen. Die Planungen für nächstes Jahr laufen schon. Wir wollen wieder eine überregionale Veranstaltungsreihe organisieren, antifeministischen Kräften Kontra geben und am 02. Juni 2018 in Annaberg-Buchholz für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und eine emanzipatorische Zukunft demonstrieren.

Wer uns bei der Vorbereitung, bei der Mobilisierung oder bei Aktionen unterstützen möchte, kann sich gerne bei uns melden und mit uns aktiv werden!

Rückblick – Wir bleiben kämpferisch!

Dieses Jahr ist viel passiert – viel positives, aber auch einiges unschönes.

Wir freuen uns jedenfalls, dass auch in Deutschland wieder stärker über Reproduktive Rechte, die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches und selektive vorgeburtliche Untersuchungen diskutiert wird.

Aktionistisch konnten wir im Juni den Fundis in Annaberg-Buchholz lautstark Kontra geben und ihren Schweigemarsch versauen. Auch beim “Marsch für das Leben” im September in Berlin gab es erfolgreiche Proteste, in Dresden wurde die Busanrese der Fundis kritisch begleitet. Aber auch in anderen Städten gingen Feminist*innen auf die Straße, wie z.B. der Bericht zur Pro-Choice-Kundgebung in Salzburg zeigt.

Weniger schön ist, dass die selbsternannten Lebensschützer*innen wieder mal eine Ärztin verklagt haben. Kristina Hänel wurde angezeigt, nur weil auf ihrer Website steht, dass sie auch Abtreibungen vornimmt. Das gute daran: die hartnäckige Medizinerin will sich notfalls durch alle Instanzen klagen und damit gleichzeitig den Irsinn des §219a aufzeigen.

Leider müssen wir uns nicht nur mit einem rechten und fundamentalistischen Rollback herumärgern, auch die Polizei greift immer wieder in unser Versammlungsrecht ein. Das Spektrum reicht von rechtswidriger Videoüberwachung über Beschlagnahmung von Demonstrationsmitteln bis hin zu brutalen Angriffen auf Demonstrant*innen. Auch für diese Auseinandersetzungen brauchen wir Ressourcen, aber die gelebte Solidarität gibt uns immer wieder Kraft.

Im Bereich Repression konnten wir dieses Jahr aber auch einen Erfolg verbuchen: in der zweiten Instanz wurde ein Urteil wegen angeblichen Widerstands gegen die Polizei bei unserer Demonstration 2015 aufgehoben und das Verfahren gegen den betroffenen Menschen endlich eingestellt.

Rückblick, Ausblick, Umblick

Eine Mini-Serie zum Wechsel zwischen der vergangenen Kampagne 2017 und dem Start ins kommende Jahr. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

Rückblick – Wir bleiben kämpferisch!

Dieses Jahr ist viel passiert – viel positives, aber auch einiges unschönes.

Ausblick – Wir bleiben aktiv!

Was kommt nächtes Jahr – und wie kannst du aktiv dabei sein?

Umblick – Wir bleiben solidarisch!

Unser Kampf findet nicht isoliert statt – was passiert noch in Sachsen, Deutschland, Europa?

28.10. – Tagung “Lauter!Stärker!Weiter!” – wir stellen uns vor!

Am 28. Oktober findet unter dem Motto Lauter!Stärker!Weiter! die “Netzwerktagung Geschlechterdemokratie” der Stiftung weiterdenken statt.Zum Auftakt gibt es ein Podium zu aktuellen feministischen Kämpfen (im Sprech der Stiftung: “Baustellen der Geschlechterdemokratie”). Neben sehr spannenden Inputs zu Aktivismus in Polen und der Türkei werden auch wir etwas über unsere Arbeit, Strategien und Herausforderungen berichten.

Wer uns schon immer mal besser kennen lernen wollte: kommt vorbei und fragt uns aus!
Es gibt eine Übersetzung eng/de und de/eng, der erste Teil der Tagung ist für Rollstühle barrierefrei.

Tagung am 28.Oktober 2017 // 10–17 Uhr // Ort: riesa efau Dresden

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Protest gegen Fundi-Gebetsmarsch in München

In München gehen christliche Fundamentalist*innen – in diesem Fall aus der erz-katholischen Ecke – nicht nur einmal im Jahr auf die Straße. Monatlich belästigen sie mit ihren sogenannten Vigilien (Gebetsmärschen mit Marienstatue) in der Münchner Innenstadt und vor der Beratungsstelle von ProFamilia alle, die sich nicht ihrem engstirnigen Weltbild unterwerfen wollen.

Die Gruppe ka-os schreibt dazu:

Die Gruppe um Wolfgang Hering veranstaltet solche Vigilien jeden Monat und sorgt damit und mit anderen Aktionen für viel Ärger bei all denjenigen, die Dienstleistungen, im Falle von ProFamilia sind das Beratungsangebote, rund um Schwangerschaftsabbrüche anbieten. Unter dem Namen „Gehsteigberatungen“ postieren sich Abtreibungsgegner*innen des Vereins regelmäßig vor Beratungsstellen wie ProFamilia oder vor der Klinik von Arzt Dr. Stapf in Freiham und terrorisieren Frauen*, die diese Angebote nutzen wollen.

Doch auch in München gibt es regelmäßig feministischen Protest gegen diese antifeministischen Umtriebe. Für kommenden Mittwoch, den 25.10.2017 wird sogar zu zwei Kundgebungen aufgerufen!

Wir solidarisieren uns mit ProFamilia in München und hoffen auf einen erfolgreichen Protest!
Weitere Infos unter http://antisexistischeaktionmuenchen.blogsport.eu/ Weiterlesen

Grußwort für die “What the Fuck”-Demo in Berlin

Heute gingen wieder viele Menschen in Berlin auf die Straße für das Recht auf sichere und legale Abtreibung! Auch wir waren dabei!

Hier unser Grußwort:
als Audio
und als Text

Hallo, schön dass ihr da seid!
Euch allen einen guten Tag in Berlin!

Wir vom Bündnis Pro Choice Sachsen stehen in Solidarität mit allen, die heute gekommen sind um gegen den „Marsch für das Leben“ aktiv zu werden!
Es ist wichtig und richtig, diesen Aufzug nicht einfach unwidersprochen zu lassen. Es ist unsere Aufgabe als emanzipatorisch eingestellte Menschen, dagegen auf die Straße zu gehen!
Wir wünschen euch einen erfolgreichen Tag bei den Gegenprotesten!

Ihr demonstriert heute in Berlin für eine befreite, emanzipierte Gesellschaft. Wir wünschen euch viel Erfolg dabei, den Fundiauflauf zu sabotieren.
Sorgen wir gemeinsam dafür, dass antifeministischer Hass, reaktionäre und chauvinistische Ideologie zurück gedrängt werden!

Während die Entscheidung heute in Berlin auf der Straße gefällt wird, müssen wir uns in Sachsen mit staatlicher Repression herumschlagen.
Schon in den letzten Jahren wurde unser Protest gegen den “Schweigemarsch für das Leben” in Annaberg-Buchholz im sächsischen Erzgebirge argwöhnisch von den Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei begleitet. Immer wieder wurden Demonstrant_innen wegen lächerlicher Vorwürfe vor Gericht gezerrt.
Dieses Jahr haben die Behörden sogar verdeckte Kameras installiert, um unsere Demonstration zu überwachen. Der sächsische Inlandsgeheimdienst erwähnt sie inzwischen in seinem jährlichen Verfassungsschutzbericht. In ihren Augen sind wir offenbar eine Gefährdung für die öffentliche Ordnung.
Doch wenn diese Ordnung auf der Unterdrückung von Frauen*, auf dem Ausschluss von Menschenrechten, auf Ausgrenzung und Diskrimierung aufgebaut ist – dann gefährden wir sie gerne und immer wieder! Durch Aktionen auf der Straße, durch Aufklärung und kritische Analyse – und einfach dadurch, dass wir unser Leben so leben wie wir es wollen und nicht bloß ein Dasein als Arbeitskraft fristen!

Lassen wir uns nicht einschüchtern, bleiben wir weiter gefährlich, stehen wir zusammen gegen jede Repression.
Euer Protest heute, die vielen solidarischen Menschen, motivieren uns und geben uns die Kraft, weiter zu machen. Danke dafür an alle!

Aufruf zum Protest am 12.September in Berlin

Im Erzgebirge müssen wir uns vor allem mit den sächsischen Protagonist_innen der selbst ernannten Lebensschutzbewegung beschäftigen. Doch auch in Annaberg-Buchholz treten immer wieder Protagonist_innen der bundesweit gut vernetzten Szene auf, wie dieses Jahr Hedwig “Miss Homophobia” von Beverfoerde.
Doch das jährlich wichtigste Happening von christlichen Fundis und anderen antifeministischen Kräfen ist zweifellos der “Marsch für das Leben” in Berlin – 2017 kurz vor den Bundestagswahlen. Wir unterstützen die Genoss_innen von What the Fuck! in ihrem Protest und möchten auch die Arbeit vom Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung positiv erwähnen. Hier nun der Aufruf:
Für eine befreite, emanzipierte Gesellschaft!
Gegen christlichen Fundamentalismus und reaktionäre Ideen!

Aufruf

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Marsch für das Leben? WTF! – Infoveranstaltung in Dresden

Am Mittwoch, den 06.09.2017 ab 19:00 @kosmotique (Martin-Luther-Str. 13)
Für den 16. September 2017 mobilisieren „Lebensschützer“ zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Letztes Jahr kamen 5.000 Menschen zusammen, die für ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen auf die Straße gingen und ihr christlich-fundamentalistisches Weltbild zelebrierten.
Wie auch schon in den letzten Jahren ruft das Marsch für das Leben? What the Fuck! – Bündnis zu Protesten gegen den „Marsch“ auf.

Wir dürfen zu dieser Veranstaltung einen Menschen des Bündnisses aus Berlin begrüßen. Im ersten Teil wird es um den “Marsch”, die Lebensschutzbewegung und Antifeminismus gehen. Im zweiten Teil werden Fragen zum Gegenprotest beantwortet, Inhalte und Strategien diskutiert. Wenn ihr wollt, können wir auch eine gemeinsame Anreise aus Dresden planen.

Grußwort von uns beim Emanzipatorischen Block beim CSD Leipzig

Seit acht Jahren treffen sich in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge regelmäßig christliche Fundamentalist*innen, um gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche zu demonstrieren. Organisiert wird der “Schweigemarsch für das Leben” vom Verein „Lebensrecht Sachsen“. Dessen Führungsriege pflegt enge Verbindungen zu evangelikalen Freikirchen, zu rechtsextremen Kreisen und zur sächsischen CDU.

Wir – Pro Choice Sachsen“ organisiert seit vier Jahren Demonstrationen in Hör- und Sichtweite zum „Schweigemarsch”, damit die antifeministischen und revisionistischen Forderungen nicht unwidersprochen bleiben. In diesem Jahr stand unsere Demonstration unter dem Motto: „Leben schützen! Abtreibung legalisieren! Weg mit § 218!“ und uns ging es insbesondere darum darauf hinzweisen, dass jedes Jahr weltweit etwa 47.000 Menschen an den Folgen illegalisierter Abtreibungen sterben. Das zeigt: Wer Leben schützen will, muss das Recht auf legalen Schwangerschaftsabbruch verteidigen.
Pro Choice Sachsen fordert die ersatzlose Abschaffung des § 218, niedrigschwelligen und kostenlosen Zugang zu Aufklärung und Verhütungsmitteln, sowie die Gleichberechtigung aller Familienformen und Lebensweisen. Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung ist ein Grundrecht. Wer eine Schwangerschaft abbrechen will, muss das unter den bestmöglichen Bedingungen tun können: legal, sicher und kostenlos.
Wer Kinder bekommt oder erzieht, braucht dafür Anerkennung und Unterstützung. Das gilt besonders für diejenigen Familien, die gesetzlich wie gesellschaftlich benachteiligt werden: Migrantische und geflüchtete Familien, Regenbogenfamilien, Patchwork-Konstellationen, Alleinerziehende und Eltern von Kindern mit Behinderungen. Unsere Demonstration richtete sich auch gegen die homosexuellen-und transfeindliche Politik der selbsterklärten Lebensschutzbewegung. Sie ist ein Teil des gesellschaftlichen Rechtsrucks, mit dem wir uns momentan konfrontiert sehen.

Am 12. Juni sprach auf der Kundgebung der Schweigemärschler*innen auch die rechte und christlich-fundamentalistische Hedwig Freifrau von Beverfoerde. Beverfoerde organisiert seit mehr als drei Jahren zusammen mit der AfD-Vize-Vorsitzenden Beatrix von Storch regelmäßig Kampagnen, Petitionen und Demonstrationen gegen die so genannte Homo- und Genderlobby, u.a. mit Demonstrationen gegen Aufklärung zur sexuellen Vielfalt im Schulunterricht. Das LGBTI-Netzwerk „Enough is Enough! Open your mouth!“ hatte Hedwig von Beverfoerde daher schon 2015 zur „Miss Homophobia“ gekürt.

Im nächsten Jahr wird der Schweigemarsch der christlichen Fundamentalist*innen am Samstag, den 2. Juni stattfinden. Liebe Menschen hier auf der Pride anlässlich des CSD: schließt Euch unseren Protesten an, denn sowohl der christlich-fundamentalistische Antifeminismus als auch die Hass-Reden gegen die so genannte Homolobby und die “Verschwulung” der Gesellschaft gehören zum gesellschaftlichen Rechtsruck, mit dem wir uns momentan konfrontiert sehen. Gegen diesen müssen wir zusammen stehen.

Solidarische Grüße sendet Euch Pro Choice Sachsen.