Mobitermine 2017

Die langen Ankündigungen findet ihr unterhalb der Aufzählung der stattgefundenen Veranstaltungen.

Berlin
03.Mai: Mobivortrag
23.Mai: Mobiveranstaltung mit Film „Afya Yangu. It‘s my Right!“

Chemnitz
23.April: Mobivortrag
25.April: Podiumsgespräch:</a> §218 StGB abschaffen, Abtreibung legalisieren!&lt
19.Mai: Lesung und Präsentation: Kritik des Familismus mit Gisela Notz

Doksy (CZ)
03.Mai: Mobivortrag

Dresden
24.April: “Christlicher Fundamentalismus in Sachsen”
12.Mai: “Das Netz der Abtreibungsgegner*innen”
24.Mai: Lesung und Vortrag: “Kritik des Familismus” mit Gisela Notz **/******
31.Mai: Mobivortrag
08.Juni: Alles Inklusive mit Mareice Kaiser und Dolmetscher_innen für DGS */**
08.Juni: Offenes Antifa Plenum // Bastelabend

Görlitz
30. Mai: Mobivortrag

Jena
16. Mai:Lesung und Vortrag: “Kritik des Familismus” mit Gisela Notz
01.Juni: Mobivortrag

Leipzig
13.Mai: Das Netz der Abtreibungsgegner*innen */**
23.Mai: Kritik des Familismus mit Gisela Notz **

Halle
18.Mai: Mobivortrag

Limbach-Oberfrohna:
31.Mai: Infoveranstaltung und Film “Maria Christiane Else Karin Lea Lydia Petra S. Petra W. und der § 218″ begeistern.”

Plauen
10.Mai: Lesung: Und was sagen die Kinder dazu? – Zehn Jahre später
29.Mai: Lesung: Kritik des Familismus
31.Mai: Mobivortrag

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Das Netzwerk der Abtreibungsgegner*innen
Die sogenannte “Lebensschutz”-Bewegung beschränkt ihre politische Lobbyarbeit nicht nur auf die Kriminalisierung von Abtreibungen. Ihr Wirken ist eingebettet in ein Netzwerk von anti-feministischen, konservativen und rechten Gruppierungen. Anhand von persönlicher und struktureller Zusammenarbeit sollen diese Verstrickungen aufgezeigt werden.

Und was sagen die Kinder dazu? – Zehn Jahre später
Nach zehn Jahren und drei Auflagen kommen die Kinder noch einmal zu Wort.
Ein zweites Mal kommen Töchter und Söhne lesbischer Mütter, schwuler Väter und – neu – von Eltern, die sich als transgender identifizieren, zu Wort. Zehn Jahre nach den ersten Interviews wurden die 34 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ein weiteres Mal zu ihrer Sicht auf ihre Familie befragt – Familien, die immer noch als „besonders“ oder auch „erklärungsbedürftig“ wahrgenommen werden.
Was finden die Kinder an ihrer Familie großartig? Was mögen sie an ihren Eltern, was kritisieren sie? Welche Wünsche und Träume haben sie für ihr Leben? Mit welchen Befürchtungen oder Reaktionen setzen sie sich auseinander? Was erleben sie als unterstützend? All das vermitteln die Texte authentisch und anschaulich. Die Kinder erzählen ganz offen auch von Krisen und Trennungen und darüber, wie ihre Eltern für sie da sind. Und sie geben uns einen Einblick in ihre Familien, die „ganz normal“ und manchmal so ganz anders sind.
In dieser Jubiläumsausgabe werden jeweils die „alten“ Textporträts von Teilnehmer_innen des ersten Bandes Und was sagen die Kinder dazu? ihren aktuellen Statements vor­angestellt. Hinzu kommen Gespräche mit Töchtern und Söhnen der neuen Regenbogenfamiliengeneration sowie ein Talk zwischen den Töchtern der Autorinnen.
Gelesen wird von Stephanie Gerlach

Lesung: “Alles Inlusive”
»96 Prozent aller Kinder kommen gesund zur Welt. Meine Tochter gehört zu den anderen vier Prozent.« Ein Buch, das mitnimmt – in einen außergewöhnlichen Familienalltag.
Elternwerden hatte sich Mareice Kaiser anders vorgestellt: Ihre erste Tochter kommt durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt. Das Wochenbett verbringen sie im Krankenhaus, statt zur Krabbelgruppe gehen sie zum Kinderarzt.

Mareice Kaiser erzählt von der Unplanbarkeit des Lebens, vom Alltag zwischen Krankenhaus und Kita, von ungewollten Rechtfertigungen, dummen Sprüchen, stereotypen Rollenverteilungen, bürokratischem Irrsinn und schwierigen Gewissensfragen.

Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die mehr sein will als die Pflegekraft für ihre behinderte Tochter. »Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der mein Kind die Kita verlassen muss, weil es zu behindert ist. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der ich dankbar dafür sein muss, wenn jemand mein Kind betreut, weil ich arbeiten möchte. Ich möchte nicht immer auf Glück angewiesen sein. Wie soll sich was verändern, wenn niemand kämpft?«

Fragen, die uns alle angehen.

&gt;Alles inklusive&lt; ist das erste Buch der Berliner Autorin. Ein wichtiger, moderner und kämpferischer Beitrag zu den aktuellen Debatten um Inklusion, Pränataldiagnostik und Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter besonderen Bedingungen – und die Liebeserklärung einer Mutter an ihre Tochter.

Mareice Kaiser, Jahrgang 1981, lebt in Berlin und im Internet. Über ihr inklusives Familienleben als Mutter von zwei Kindern – mit und ohne Behinderung – berichtet sie auf ihrem Blog Kaiserinnenreich, mit dem sie innerhalb kürzester Zeit digitale Newcomer-Preise gewann.
Als Journalistin veröffentlicht sie Artikel zu den Themen Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf u. a. bei der tageszeitung (taz), ZEIT Online und im MISSY Magazine.

Lesung: “Kritik des Familismus”
Kritik des Familismus
Geschichte, Theorie und Realität eines ideologischen Gemäldes

Die Ideologie des Familismus (oder auch Familialismus), die die gesellschaftliche Organisationsnorm aus dem Konzept einer “Idealfamilie” ableitet, prägt seit Jahrhunderten Politik und Sozialstruktur in Deutschland und in anderen westlichen Ländern wesentlich mit. Familismus hat einen Ausgangspunkt, der schon immer nur für einen Bruchteil der Bevölkerung praktische Relevanz hatte: die Familie. Sie gibt es heute ebenso wenig, wie es sie je gegeben hat. Und schon gar nicht war sie zu allen Zeiten die bürgerliche Kleinfamilie, wie wir sie heute kennen. Familismus ist eine Spielart des Antifeminismus, denn nach der familistischen Ideologie herrschen in der heterosexuellen Kleinfamilie, die immer aus Vater, Mutter und Kind(ern) besteht, komplementäre Rollenaufteilungen entlag der Geschlechterlinien. Die Ideologie der “Familie als Keimzelle der Gesellschaft” ist immer auf den Nationalstaat bezogen. Sie führt unweigerlich zur Diskriminierung von Individuen und Gruppen, die diesem Bild nicht entsprechen. Angesichts der “neuen” rechtspopulistischen AkteurInnen hat sie Hochkonjunktur. Was ist dagegen zu tun? Darüber sollten wir diskutieren.

Dr. Gisela Notz, freie Autorin, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, Berlin. Gisela Notz war von 2004 bis 2010 Bundesvorsitzende von pro familia. Zum Thema hat sie das Buch: Kritik des Familismus. Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes geschrieben, das 2015 in der Reihe thorie org des Schmetterlings-Verlages in Stuttgart erschien. Seit 15 Jahren bringt sie den historischen Wandkalender „Wegbereiterinnen“ heraus.</blockquote>
<strong>Podiumsgespräch: §218 StGB abschaffen, Abtreibung legalisieren!</strong>
<blockquote>Nach einem 10-minütigem Input-Referat jeder Referentin zur eigenen Arbeit, zum eigenen Standpunkt, den Basisthesen und Forderungen wollen wir darüber sprechen wie sich die Situation darstellen würde, wenn Abtreibung ein Recht wäre. Was hätten wir dann erreicht, was würde sich ändern und worüber sollten wir weiterhin sprechen. Es geht darum ein Forum zu schaffen, um sich über den dann folgenden Zustand auszutauschen, Bedenken zu besprechen und Energie zu schöpfen, für den Kampf um die Abschaffung des §218 StGB.

*Kirsten Achtelik Diplom-Sozialwissenschaftlerin, Autorin und Journalistin
*Katja Krolzik-Matthei Sexualwissenschaftlerin M.A. &amp; Mitarbeiterin des Instituts für Angewandte Sexualwissenschaften
*Romy Schmidt Sozialarbeiterin M.A. – Beraterin und Sexualpädagogin bei pro familia Chemnitz
*FEMermaid ein queerfeministisches Bildungskollektiv

Alle Referentinnen vertreten eine emanzipatorische Haltung gegenüber Abtreibung, befürworten eine Abschaffung des §218 StGB, sind aber auch für kritischen Austausch offen. Wir laden zum respektvollen Austausch ein.

Film: Afya Yangu. It’s my Right!
“Dokumentation „Afya Yangu. It‘s my Right!“ sehen und einen Blick auf weitere Kämpfe um reproduktive Rechte und körperliche Selbstbestimmung werfen. Der Film beschäftigt sich unter anderem mit dem Abtreibungsparagrafen in Kenia und zeigt Interviews mit Aktivist*innen, die sich für eine Verbesserung der reproduktiven und sexuellen Selbstbestimmung einsetzen und zeigt auch die Folgen restriktiver Abtreibungsgesetze und gesellschaftlicher Tabuisierung”

Film: “Maria Christiane Else Karin Lea Lydia Petra S. Petra W. und der § 218” begeistern.
“Interviews und historische Texte zum Schwangerschaftsabbruch:
Seit 1871 steht der § 218 im Strafgesetzbuch. Kurz nach der Proklamation des deutschen Nationalstaats wurde das Reichsstrafgesetzbuch eingeführt, das bis heute – nun als Strafgesetzbuch der BRD – Geltung hat. Der Paragraph bestimmt die Lebensrealität von Frauen*, die ungewollt oder ungeplant schwanger sind und kein Kind austragen wollen.
Je nach spezifischer Ausführung des Gesetzes, Lage der politischen Kämpfe gegen das Gesetz und dem ökonomischen und ideologischen Stand der Gesellschaft fällt diese Realität zu verschiedenen historischen Zeiten verschieden aus. In Interviews und historischen Texten erzählt der Film vom Erleben des Schwangerschaftsabbruchs. Die Erfahrungen unterscheiden sich nicht nur dem Jahr oder dem Jahrzehnt nach, sondern sind je nach Erzählerin ganz verschieden. Allem Erleben gemein ist: dem Wissen, was in der eigenen, historisch-spezifischen und persönlich-erlebten Situation das Richtige ist, steht ein Paragraph gegenüber. In großer Ruhe wird hier von dem, was tabuisiert war und ist, offen erzählt: der Abtreibung.
Dokumentarfilm 2015, 74 Min, deutschsprachig
von Mara Schepsmeier”

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Unterstützung in Form von finanzieller Förderung bzw. Zusammenarbeit erhalten wir in diesem Jahr von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen (*), Weiterdenken (Heinrich-Böll-Stiftung) (**), StuRa TU Chemnitz (***), StuRa der Uni Jena (****), StuRa der HfbK Dresden (*****), StuRa der TU Dresden (******), der Partei “Die Linke” und vielen Anderen.