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Grußwort von uns beim Emanzipatorischen Block beim CSD Leipzig

Seit acht Jahren treffen sich in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge regelmäßig christliche Fundamentalist*innen, um gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche zu demonstrieren. Organisiert wird der “Schweigemarsch für das Leben” vom Verein „Lebensrecht Sachsen“. Dessen Führungsriege pflegt enge Verbindungen zu evangelikalen Freikirchen, zu rechtsextremen Kreisen und zur sächsischen CDU.

Wir – Pro Choice Sachsen“ organisiert seit vier Jahren Demonstrationen in Hör- und Sichtweite zum „Schweigemarsch”, damit die antifeministischen und revisionistischen Forderungen nicht unwidersprochen bleiben. In diesem Jahr stand unsere Demonstration unter dem Motto: „Leben schützen! Abtreibung legalisieren! Weg mit § 218!“ und uns ging es insbesondere darum darauf hinzweisen, dass jedes Jahr weltweit etwa 47.000 Menschen an den Folgen illegalisierter Abtreibungen sterben. Das zeigt: Wer Leben schützen will, muss das Recht auf legalen Schwangerschaftsabbruch verteidigen.
Pro Choice Sachsen fordert die ersatzlose Abschaffung des § 218, niedrigschwelligen und kostenlosen Zugang zu Aufklärung und Verhütungsmitteln, sowie die Gleichberechtigung aller Familienformen und Lebensweisen. Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung ist ein Grundrecht. Wer eine Schwangerschaft abbrechen will, muss das unter den bestmöglichen Bedingungen tun können: legal, sicher und kostenlos.
Wer Kinder bekommt oder erzieht, braucht dafür Anerkennung und Unterstützung. Das gilt besonders für diejenigen Familien, die gesetzlich wie gesellschaftlich benachteiligt werden: Migrantische und geflüchtete Familien, Regenbogenfamilien, Patchwork-Konstellationen, Alleinerziehende und Eltern von Kindern mit Behinderungen. Unsere Demonstration richtete sich auch gegen die homosexuellen-und transfeindliche Politik der selbsterklärten Lebensschutzbewegung. Sie ist ein Teil des gesellschaftlichen Rechtsrucks, mit dem wir uns momentan konfrontiert sehen.

Am 12. Juni sprach auf der Kundgebung der Schweigemärschler*innen auch die rechte und christlich-fundamentalistische Hedwig Freifrau von Beverfoerde. Beverfoerde organisiert seit mehr als drei Jahren zusammen mit der AfD-Vize-Vorsitzenden Beatrix von Storch regelmäßig Kampagnen, Petitionen und Demonstrationen gegen die so genannte Homo- und Genderlobby, u.a. mit Demonstrationen gegen Aufklärung zur sexuellen Vielfalt im Schulunterricht. Das LGBTI-Netzwerk „Enough is Enough! Open your mouth!“ hatte Hedwig von Beverfoerde daher schon 2015 zur „Miss Homophobia“ gekürt.

Im nächsten Jahr wird der Schweigemarsch der christlichen Fundamentalist*innen am Samstag, den 2. Juni stattfinden. Liebe Menschen hier auf der Pride anlässlich des CSD: schließt Euch unseren Protesten an, denn sowohl der christlich-fundamentalistische Antifeminismus als auch die Hass-Reden gegen die so genannte Homolobby und die “Verschwulung” der Gesellschaft gehören zum gesellschaftlichen Rechtsruck, mit dem wir uns momentan konfrontiert sehen. Gegen diesen müssen wir zusammen stehen.

Solidarische Grüße sendet Euch Pro Choice Sachsen.

Veranstaltungen über Veranstaltungen

Sie werden fast täglich mehr.
Hier findet ihr eine aktuelle Übersicht über unsere geplanten Veranstaltungen. Meldet euch wenn ihr auch in euere Stadt Lust auf eine Mobiveranstaltung habt.

Proteste gegen den Katholikentag in Leipzig

Am vergangenen Wochenende fand in Leipzig der „Deutsche Katholikentag“ statt – ein katholisches Massenevent mit Gottesdiensten, Vorträgen, Diskussionsrunden und messeartigen Werbeständen. Die Stadt Leipzig unterstützte den Kirchentag mit einer Million Euro, das Land Sachsen mit drei Millionen Euro – ein weiteres trauriges Beispiel für die enge Verzahnung von katholischer Kirche und deutschem Staat. Auf der „Kirchenmeile“ des Katholikentages präsentierten sich auch fundamentalistische Anti-Choice-Vereinigungen wie die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (AlfA) und der „Bundesverband Lebensrecht“.

Zum Glück gab es Widerstand gegen die staatliche Finanzspritze für die katholische Kirche sowie gegen reaktionäre AkteurInnen, die das Event als Plattform nutzten. Queer_feministische Flashmobs protestierten gegen Anti-Choice-Propaganda und heterosexistische Familienbilder, die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ veranstaltete eine „Nudelmesse“ parallel zum katholischen Abschlussgottesdienst, und „DIE PARTEI“ unternahm einen „Kreuzzug“ vom Connewitzer Kreuz in die Innenstadt. Einen Überblick über das gesamte Alternativprogramm findet ihr auf dem Blog des Protestbündnisses “(K)eine Million”.