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Berlin, 17.09.16: “What the fuck!?”

Nächsten Samstag, den 17. September 2016, planen fundamentalistische ChristInnen mal wieder, mit weißen Holzkreuzen durch Berlin zu ziehen. Verschiedene feministische Bündnisse rufen zu Protesten auf – für radikalen Feminismus, sexuelle und körperliche Selbstbestimmung, gegen christliche Gehirnwäsche!

Das Bündnis “What the fuck!?” ruft zu einer Gegendemonstration und einer anschließenden Blockade des Fundi-Marsches auf. Hier findet ihr den Aufruf und das Mobi-Video. Los geht’s ab 12.00 an der S-Bahn-Station Anhalter Bahnhof. Weitere Anregungen für kreativen Protest gibt’s auch hier. Und wer lieber ganz gemütlich demonstrieren will, kann zum Aktionstag des Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung gehen.

 

Pro-Choice-Demo in Salzburg am 24.07.2016

Nach der Demo (in Annaberg) ist vor der Demo (in Salzburg): Kommt am 24. Juli 2016 ab 13.00 nach Salzburg, um für reproduktive Freiheit und den freien Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen demonstrieren! Los geht’s am Hauptbahnhof.

Der Anlass ist auch diesmal wieder, dass fundamentalistische ChristInnen mit Holzkreuzen bewaffnet durch die Stadt marschieren und Frauen* das Selbstbestimmungsrecht über ihre Körper absprechen wollen. Dabei tun sie perfiderweise so, als ginge es ihnen darum, Frauen* zu schützen. Das Fazit feministischer Protestierender: “Alles männerbündlerische Scheißvereine, die gar nix schützen wollen als ihre eigenen Machtpositionen und die Kontrolle über den Uterus von anderen Leuten!” Mehr Infos zur Demo findet ihr hier.

Auf nach Salzburg! Alerta Feminista!

PM: Sachsenweites Bündnis ruft zu Protesten gegen “Schweigemarsch für das Leben” in Annaberg-Buchholz auf

Heute veröffentlichen wir unsere offizielle Pressemitteilung zur Ankündigung der Demo am 06.06.2016:

Am 06. Juni soll bereits zum siebten Mal der sogenannte “Schweigemarsch für das Leben” in Annaberg-Buchholz stattfinden. Annaberg-Buchholz liegt im Erzgebirge südlich von Chemnitz inmitten einer Region, welche auch als sächsischer „bible belt“ bezeichnet wird – eine Hochburg von bibeltreuen Evangelikalen und anderen konservativen Freikirchen. Organisiert wird das Zusammenkommen christlicher Fundamentalisten und Fundamentalistinnen gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche in diesem Jahr von “Lebensrecht Sachsen”. Dieser Verein wurde eigens zur Organisation der Demonstration gegründet. Die Übergabe von den bisherigen Organisatoren, den “Christdemokraten für das Leben”, soll den Schweigemarsch parteiübergreifend attraktiver machen. Faktisch blickt man jedoch vor allem in die Richtung der “Alternative für Deutschland”.

Dagegen hat sich, dieses Jahr zum dritten Mal, breiter Widerstand formiert. Das Bündnis “Pro Choice Sachsen” besteht aus verschiedenen feministischen, queeren und antirassistischen Gruppen aus ganz Sachsen und hat ebenfalls für den 06.06. eine Demonstration in Hör- und Sichtweite zum “Schweigemarsch” angemeldet. Neben zahlreichen Informationsveranstaltungen an verschiedenen Orten wurde eine Busanreise aus Dresden, Leipzig, Erfurt, Jena, Chemnitz, Plauen und Berlin organisiert.

“Mit dem ‘Schweigemarsch’ sprechen uns christliche Fundamentalisten und Fundamentalistinnen das Recht ab, Entscheidungen über den eigenen Körper zu treffen. Deshalb gehen wir am 06.06. gegen ihre reaktionären Forderungen auf die Straße. Wir wehren uns gegen ein Weltbild, das alle Alternativen zur weißen, heterosexuellen, christlichen Kleinfamilie abwertet”, so Lisa Mueller, die Sprecherin des Bündnisses.

“‘Lebensrecht Sachsen’ und der ‘Schweigemarsch’ in Annaberg-Buchholz reihen sich ein in ein weltweites Klima der Gesetzesverschärfungen gegen Schwangerschaftsabbrüche und ihre zunehmende moralische Delegitimierung”, heißt es weiter vom Bündnis Pro Choice Sachsen. Im Gegensatz dazu fordert das Bündnis die ersatzlose Abschaffung des §218 im deutschen Strafgesetzbuch, der Schwangerschaftsabbrüche verbietet.

Das Bündnis erwartet bei seiner Demonstration rund 400 Menschen “und einen lautstarken und entschlossenen Protest für Emanzipation statt Fremdbestimmung.”

Proteste gegen den Katholikentag in Leipzig

Am vergangenen Wochenende fand in Leipzig der „Deutsche Katholikentag“ statt – ein katholisches Massenevent mit Gottesdiensten, Vorträgen, Diskussionsrunden und messeartigen Werbeständen. Die Stadt Leipzig unterstützte den Kirchentag mit einer Million Euro, das Land Sachsen mit drei Millionen Euro – ein weiteres trauriges Beispiel für die enge Verzahnung von katholischer Kirche und deutschem Staat. Auf der „Kirchenmeile“ des Katholikentages präsentierten sich auch fundamentalistische Anti-Choice-Vereinigungen wie die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (AlfA) und der „Bundesverband Lebensrecht“.

Zum Glück gab es Widerstand gegen die staatliche Finanzspritze für die katholische Kirche sowie gegen reaktionäre AkteurInnen, die das Event als Plattform nutzten. Queer_feministische Flashmobs protestierten gegen Anti-Choice-Propaganda und heterosexistische Familienbilder, die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ veranstaltete eine „Nudelmesse“ parallel zum katholischen Abschlussgottesdienst, und „DIE PARTEI“ unternahm einen „Kreuzzug“ vom Connewitzer Kreuz in die Innenstadt. Einen Überblick über das gesamte Alternativprogramm findet ihr auf dem Blog des Protestbündnisses “(K)eine Million”.

Proteste für Barrierefreiheit in Berlin

#NichtMeinGesetz: Letzte Woche haben Aktivist_innen der Behindertenbewegung vor dem Reichstag für gesellschaftliche Teilhabe demonstriert. Einige von ihnen blieben sogar über Nacht, manche ketteten sich an.

Anlass der aktuellen Proteste sind zwei Gesetze: das „Behindertengleichstellungsgesetzes“, über das der Bundestag letzte Woche abstimmte, und das „Bundesteilhabegesetz für Behinderte“, dessen Entwurf sich noch in der Ressortabstimmung zwischen den Ministerien befindet. In beiden Gesetzen fehlen verbindliche Regelungen, die die Zugänglichkeit privatwirtschaftlich genutzter Gebäude (z.B. Kneipen und Kinos) garantieren. Außerdem ist geplant, einen noch größeren Anteil der Ausgaben für Assistenz auf das Einkommen derjenigen anzurechnen, die Assistenz benötigen. Viele Menschen mit Behinderung, die auf Grund körperlicher Einschränkungen im Alltag auf Assistenz angewiesen sind, würden damit finanziell schlechter gestellt.

Die jahrelangen Bemühungen der Behindertenbewegung in Beratungsgremien für eine Verbesserung der gesetzlichen Lage werden so mit den Füßen getreten, die Mitwirkung der Betroffenen an der demokratischen Entscheidungsfindung damit zur Farce.

Wir unterstützen die Forderungen der Berliner Aktivist_innen. Weitere Informationen zu den Protesten findet ihr hier.